Sultai Control in Standard – erste Erfahrungen von Magic Nuss

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Dieses Standard-Deck hat es Magic Nuss echt angetan. Warum? Und was sind die ersten Erfahrungen, die Magic Nuss mit dem Deck gemacht hat? Oder hast du vielleicht ein paar Tipps für Magic Nuss?

Ja ihr seht richtig. Es ist wahr, ich getraue mich einen Bericht über ein Deck in Standard zu schreiben. Aktuell spiele ich ja ausschliesslich Modern und Limited. Aber die Quarantäne zwingt mich dazu MTGA zu spielen. Und neben Limited zockt man dort vor allem Standard (oder mittlerweile auch Historic, da habe ich mich aber noch nicht rangewagt).

Naiv wie die Magic Nuss manchmal ist, schreibt sie sich auch gleich mit einem für die Nuss praktisch unbekannten Deck für ein Standard-Turnier ein. Und hatte Erfolg. Mehr dazu hier im Turnierbericht. Aber darum soll es in diesen Zeilen nicht gehen. In diesem Beitrag möchte ich euch nämlich von meinen ersten Erfahrungen mit meinem aktuellen Lieblingsdeck in Standard „Sultai Control“ berichten. Hier die Deckliste als Bild und mit Mouseover:

Das Deck erreichte übrigens Platz 3-4 am GP Lyon 2020 (gespielt von Alexandre Murgey). Warum Entschied ich mich für dieses Deck und was gefällt mir daran?

Das Deck ist meiner Meinung nach eine gute Mischung aus Control und Midrange. Etwas, das mir ziemlich gut liegt. Auch in anderen Formaten. Zudem ist es ein dreifarbiges Deck: blau, grün, schwarz. Ich liebe drei Farben oder mehr. Und das Deck hat ein von allem etwas: Discard, dicke Kreaturen, Lifegain, Counter, Ramp, Planeswalkers, Removal und Graveyard-Interaction. Da ist wirklich für alle etwas dabei. Und gerade diese Mischung macht das Deck so interessant und intensiv zu spielen. Gut, was sind aber meine ersten Erfahrungen mit dem Deck? Hier ein paar Eindrücke davon wie sich das Deck spielt – nach ca. 20 Games.

Während man sin in den ersten paar Zügen mit den 28 Ländern eine solide Manabase zusammenbastelt, kann man auch an dieser Stelle schon mit den sechs Discard-Spells interagieren. Magic mit Discard? Yes please! Die Discards scheinen mir enorm wichtig zu sein und ich war jedes Mal froh darüber, mit sechs Discards in die Schlacht zu ziehen. Das hilft Uros direkt ins Exil zu befördern oder nervige (und ja der ist wirklich nervig) Baby Teferis zu handlen.

Art by Chris Rallis

Während Thought Erasure mich scho früh dazu zwingt schwarzes mana zu spielen, macht die Karte einen guten Job: 1.) Sie discarded im zweiten Zug schon eine mögliche Key-Card meines Gegenübers oder unterbricht deren Curve, und 2.) kann man dank Surveil 1 gleich auch die oberste karte auf den Friedhof legen. Einerseits kann man dadurch eine unnötige Karte weglegen und andererseits schon mal anfangen den Friedhof für die Uro-Escapes zu füllen. Was ziemlich wichtig ist!

Der zweite Discard-Spell Agonizing Remorse ist mir jedoch besonders positiv aufgefallen. Er ist einfacher zu casten als Thought Erasure, da er nur ein schwarzes und ein colorless Mana benötigt. Und zudem scheint mir der Exileeffekt enorm wichtig zu sein. Insbesondere um die gegnerischen Uros gleich direkt ins Exil zu befördern oder etwaiges Futter für gegnerische Tamiyos gleich komplett loszuwerden. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich erst beim zweiten Hinsehen bemerkt hatte, dass man nicht nur eine Karte aus der Hand, sondern auch aus dem Friedhof auswählen kann. Das heisst, ich kann die Hand meines Gegenübers anschauen und wenn darauf nichts interessantes zu finden ist, kann ich immer noch den Uro in ihrem/seinem Friedhof entfernen. Das kommt wirklich sehr oft vor. Von dieser karte bin ich mehr als positiv überrascht und bin froh darüber, immer zwei davon im Deck zu haben. Selbst gegen Mono Red Wins nehme ich Agonizing Remorse nicht raus. Obwohl sie mir noch einen Schaden um die Ohren knallt. Aber den einen Schaden nehme ich gerne in Kauf, wenn ich damit einen Anax oder Torbran exilen kann.

Gehen wir über zum Value. Warum Uro in dieses Deck passt, das muss ich wohl niemandem erklären. Uro schenkt drei Leben, zieht eine Karte und rampt. Also ein richtiges Powerhouse, das so viel macht. Und wenn man schön den eigenen Friedhof mit anderen Kärtlein füllt, dann kann man ihn immer und immer wieder zurückholen. Ich spiele Uro wirklich sehr gerne. Aber nicht gerne gegen ihn. Mir ist aufgefallen, dass man den alten Giganten auch gut mal zur eigenen Nissa reinsneaken kann. Wenn man noch einen Forest legen kann, dann war das ein ziemlich günstiger Carddraw in Verbindung mit Lifegain, da ja die Forests gleich doppeltes Mana erzeugen – unter dem Befehl von Nissa.

Ja was will ich noch mehr zu Nissa sagen? Ich finde sie die aktuell absolut beste Karte in Standard. In den Händen meines Gegenübers wird sie immer wieder Opfer einer meiner Discards. Nissa ist einfach zu gut. Sie füllt das eigene Board mit Vigilance-Ländern und ramp ihre_n Controller_in in den Olymp. Hey, aber mal ganz ehrlich: Wer hatte die Furzidee, dass die Länder noch Vigilance und Haste haben? Nissa spielen, dann reinhauen und sogar noch die Landkreatur für doppeltes Mana in der zweiten Mainphase nutzen. Wie krass ist das denn?!

Aber Nissa ist ja nicht die einzige Planeswalkerin im Deck. Vraska und Tamiyo komplettieren das top Trio. Vraska ist toller Value. Als one of hält sie gegnerische Teferis und/oder Uros gekonnt in Schach. Das ist wichtig. Und wenn man mal zu sehr geflooded ist, dann hilft sie mir viele Karten zu ziehen und Lebenspunkte zu gewinnen. Mehr als eine finde ich jedoch nicht nötig.

Mehr als von Vraska war ich jedoch von Tamiyo positiv überrschat. Sie kann gleich wenn sie das Spielfeld betritt, Keycards aus dem Friedhof wieder auf die Hand zurückholen. Und ich muss zugeben, oftmals waren dies auch Discard-Spells. Denn vom ersten Discard hat man ja die Information der generischen Hand. Und dann macht man halt dank Tamiyo gleich noch eine zweite Runde. Weil es halt so schön ist. Des Weiteren füllt sie wunderbar den Friedhof für Uro – und für sich selbst. Zudem kann sie auch als Carddraw fungieren. Insbesondere wenn man vorher beispielsweise mit einem Scryland eine wichtige Karte auf der Bibliothek lassen konnte. Obwohl die Static Ability zunächst nicht so stark aussieht, ist sie dennoch ziemlich in Ordnung. Sie schützt vor gegnerischen Discards oder vor Generalin Lili mit ihrer Sacrifice Ability.

Mein Lieblingsmove mit Tamiyo ist jedoch Casualties of War vom Friedhof zurückzuholen. Solch eine teure Karte befindet sich überhaupt in meinem Deck?! Warum? Schaut euch mal genau an, was die Karte alles kann:

Und was kann sie? Alles! Einfach wirklich alles! Ist die Karte nicht zu teuer, um sie zu wirken? Nein! Mit Uro, Nissa und einer ausgewogenen Manabase kann man Casualties ganz einfach Zug fünf oder sechs aufs Feld knallen. Die Karte finde ich übrigens gewaltig gegen Jeskai Fires. Man kann sich hier schön zurücklehnen, bis sich das gegnerische Board füllt. Dann alles abräumen. Und dann, so gmemein es auch ist, die Karte mit Tamiyo wieder auf die Hand zurückholen. Wenn ihr mal in diesem Modus angekommen seid, dann sollte das Spiel im Grunde genommen so ziemlich mehr als vorbei sein. Und mit drei Casualties im Main ist dies ziemlich einfach zu erreichen. Gegen langsamere Decks nehme ich auch gerne noch das vierte Casualties vom Sideboard rein.

Hingegen Hydroid Krasis ist klar im Playset vertreten. Die Karte macht so viel und hilft auch gegen Aggrostrategien. Als unerfahrener Standardspieler finde ich die Karte dennoch nicht so einfach zu spielen. Klar, man kann sagen, dass die Karte immer guten Value bringt, weil der Effekt der Karte nicht ein enters the battlefield, sondern cast Effekt ist. Das hilft schon ziemlich viel. Auch wenn Krasis gecountert wird, hat sie dennoch Value generiert. Nichtsdestotrotz ist gerade in einem Control-War die Frage, ob man noch ein blaues Mana für ein Mystical Dispute offen lässt oder nicht. Auch besteht die Gefahr, sich komplett auszutappen, wodurch mir dann die Hände im gegnerischen Zug gebunden sind. Aber ich verzichte nur ungern auf die Krasis. Eine andere Karte finde ich als Standard-Noob viel schwieriger zu spielen: Aether Gust.

Aether Gust macht einen guten Job gegen Mono Red Wins. Man kann einen Spell „countern“, aber die Karte geht dann meist oben auf die Bibliothek der Gegnerin bzw. des Gegners. Somit fühlt sich die Karte oft auch wie eine Art Tempo-Karte an, was ein bisschen speziell für mein Deck ist. Aber man klaut der/dem Gegner_in immerhin einen Zug. Und das ist Gold wert. Interessanter finde ich die Karte gegen ein grünes Deck zu spielen. Dabei konnte ich schon mehrmals auf einen Fabled Passage-Trigger die gegnerische Nissa ins Deck mischeln lassen. Diese Spielweise von Aether Gust gefällt mir sehr gut. Nichtsdestotrotz habe ich das Gefühl, dass es sicherlich noch weitere tolle Plays mit dieser Karte gibt. Nur habe ich diese noch nicht entdeckt. Vielleicht habt ihr ja einen Tipp? Dann lasst es mich doch bitte wissen.

So, das waren mal meine ersten Erfahrungen mit Sultai Control in Standard; kurz und knapp beschrieben. Nach wie vor gefällt mir das Deck gut. So gut, dass ich mir schon fast überlege das Deck in Papierversion zu ergattern. Aber wie immer stellt sich halt die Frage, wie gut dieses Investment ist, da im Herbst Krasis, Nissa, etc. schon wieder rausrotieren. Und aktuell ist ja ohnehin kein Papermagic angesagt.

Hoffentlich hattet ihr Spass bei der Lektüre. Ich würde mich wirklich ungemein auf Tipps und Tricks zu diesem Deck freuen. Gibt es tolle Spielzüge, die ich noch vergessen habe? Bitte lasst es mich wissen. Ich freue mich auf jegliche Art von Feedback, gleich hier unten in der Kommentarfunktion. Bleibt gesung und zuhause. Eure Magic Nuss

Autor

Magic Nuss ist passionierter Modern und Limited Spieler. Mit seinen Artikeln und Berichten versorgt er die Schweizer Magic Community mit den aktuellsten Themen und Geschehnissen rund um unser heiss geliebtes Sammelkartenspiel. Wenn Magic Nuss gerade nicht in die Tasten haut, dann trifft man den Jund-Fanatiker auch hie und da in den Berner Ligen oder an internationalen Grand Prix. Magic Nuss legt grossen Wert auf Fairness im Spiel und in der Magic Community.

Autor: Magic Nuss

Magic Nuss ist passionierter Modern und Limited Spieler. Mit seinen Artikeln und Berichten versorgt er die Schweizer Magic Community mit den aktuellsten Themen und Geschehnissen rund um unser heiss geliebtes Sammelkartenspiel. Wenn Magic Nuss gerade nicht in die Tasten haut, dann trifft man den Jund-Fanatiker auch hie und da in den Berner Ligen oder an internationalen Grand Prix. Magic Nuss legt grossen Wert auf Fairness im Spiel und in der Magic Community.

2 Gedanken zu „Sultai Control in Standard – erste Erfahrungen von Magic Nuss“

  1. Hallo Magic Nuss
    Ich befinde ich momentan in den Top 1000 auf dem Mythic Rang und habe gespannt dein Artikel gelesen. Ich spiele momentan Jund und habe immer harte Zeiten gegen das Sultai Deck. Hier vielleicht ein paar Gedanken: 6 Abwurf-Mechaniken im Main sind ein bisschen viel meiner Meinung nach. Gegen Mono Red denke sind die Karten einfach zu Langsam. Im besten Fall kriegst du eine Karte mit CMC 3+. Ich denke ein Playset reicht aus. Spieler von Fireball haben sogar alle Abwurfkarten gecuttet.
    Nissa würde ich definitv 4 mal im Main haben. Bleibt sie ungeantwortet gewinnt sie alleine das Spiel.
    In der aktuellen Meta (Temur Clover, Temur Rec, Fires und all anderen Uro-Decks) denke ich ein Playset von Casualties of War im Main wäre sicher nicht falsch. Spielst du die Karte in zwei aufeinandenfolgenden Zügen, gewinnst du das Spiel meistens.
    Aether Gust im Main ist super. Kennst du das Play mit dem gegnerischen Fabled Passage? Wenn du eine Karte auf dem gegnerischen Feld los haben willst einfach auf den Stack von Fabled Passage casten. Dann muss der Gegner die Karte ins Deck mischen.
    Ich persönlich würde Polukranos, Unchained gegen Voracious Hydra ersetzen. Hier die Gründe: 1. Macht dasselbe wie Polukranos für meistens weniger Mana. 2. Hat Trample = besser gegen Cat + Oven 3. die Karten im Friedhof würde ich eher für Uro gebrauchen.
    Elderspell denke ist in der jetzigen Meta nicht von Nutzen, da fast keine Super Friends Deck gespielt werden.
    Cavalier of Thorns wäre auch super im Deck: er kann rampen und Dream Trawler blocken, bringt Karten in den Friedhof und hollt dir wichtige Karten wieder aufs Deck. Ich denke Atris könnte dafür Platz machen.
    Ich hoffe ich konnte dir ein paar nützliche Infos zustreuen.
    Viel Glück und Spass weiterhin mit dem Deck

    1. Hallo Zubinho5

      Wow, das nenn ich mal ein Feedback! Vielen herzlichen Dank! Das hilft mir sehr!
      Ich habe mir das mit den Discards auch schon überlegt. Eben, vielleicht zwei Growth Spiral mehr und dafür zwei Discards raus. Ich kann aber einfach irgendwie nicht darauf verzichten. Ist vielleicht eine alte Modern-Jund-Angewohnheit :D. Meiner Ansicht nach ist es falsch, ohne Discard zu spielen. Gerade weil sie sämtliche Karten oder sogar Key-Cards des Gegenübers abwerfen bzw. exilen können. Aber eben, ich spiele noch nicht (wieder) lange Standard 😉
      4x Nissa is gebongt! Die Karte ist einfach nur busted!
      Aether Gust: ja den Trick kenn ich. Und den finde ich einfach nur fantastisch :D. Ein ziemlich günstiges „Removal“. Und glaub mir, ich liebe es gegnerische Nissas loszuwerden!
      Voracious Hydra: ist gebongt! Macht definitiv Sinn!
      Elderspell: interessant. Letzten Samstag traf ich in 4 Matches auf 2 Bant Control aka Superfriends. Aber das kann vielleicht auch nur ein „lokales“ Meta sein. Vielleicht nehm ich den doch wieder raus und spiele dafür die Liliana wieder.
      Cavalier of Thorns: ist gebongt!
      Vielen herzlichen Dank für deine wichtigen und ausführlichen Inputs! Genau das habe ich gebraucht! Dir auch weiterhin viel Erfolg und Spass!
      Beste Grüsse, Magic Nuss

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