Die mittlerweile dritte MTG Pioneer Liga im GoodGames ist zu Ende gegangen und hat einmal mehr gezeigt, dass die Begeisterung für das Format ungebrochen ist. Trotz der Änderungen auf offizieller Ebene blieb Pioneer ein fester Bestandteil des lokalen Spielbetriebs. In diesem Bericht blicken wir auf die Höhepunkte, Herausforderungen und die Diversität der Liga zurück und geben einen kleinen Einblick, was diese dritte Auflage für die Spieler und Spielerinnen bedeutete.
Aufbau der LIga
Wer die GoodGames Ligen kennt, wird auch mit dem System der Pioneer Liga vertraut sein. Die Liga ist in Seasons unterteilt, welche jeweils aus 16 Turnieren bestehen, die über 16 Wochen ausgetragen werden. Damit die Regulars nicht automatisch gewinnen, zählen die besten 12 Resultate. Das bedeutet, dass nach der 13. Teilnahme das schlechteste Resultat gestrichen wird.
Die einzelnen Ligaturniere werden in 3-4 Swiss-Rounds ausgetragen, abhängig von der Spieleranzahl. Wie man es von anderen Turnieren kennt, geben Siege drei Punkte, Unentschieden einen und Niederlagen keine Punkte. Diese Punkte fliessen dann auch in die Gesamttabelle ein.
Am Ende der Liga wird der Ligapool an die besten acht Spieler der Season ausgeschüttet – in Form von GoodGames Store Credits, also Guthaben im Shop. Dieses Guthaben kann man auch mit einem guten Resultat an den jeweiligen Ligaturnieren gewinnen.
Eine Neuerung der letzten Season war die Einführung von 2er-Teams. In diesem neuen Aspekt der Liga wurden die Resultate von zwei Spielern zusammengezählt. Vier Teams bildeten sich und kämpften in einem parallelen Wettbewerb um den ersten Rang der Teamwertung.
Pioneer Metagame
Pioneer deckt eine interessante Nische im grösseren Magic-Ökosystem ab. Das Format besteht aus Karten von Return to Ravnica bis heute, die einst im Standardformat legal waren. Natürlich gibt es auch eine Ban List.
Vom Gameplay her ist Pioneer weniger schnell als Modern und Legacy und generell fairer. Es gibt weniger Combo-Decks, und die, die existieren, benötigen meist einiges an Setup, um zu gewinnen. Das niedrigere Tempo ermöglicht es, auch 3-Drops oder grössere Spells zu spielen, ohne sofort Angst haben zu müssen, auf der Stelle das Spiel zu verlieren. Zudem fehlen Free Spells, was bedeutet, dass ein ausgetappter Gegner keine unerwarteten Antworten mehr parat hat.
In der 3. Pioneer Liga erlebte das Pioneer Metagame eine Art goldenes Zeitalter. Die Regional Championships wurden von vielen verschiedenen Decks gewonnen: Izzet Phoenix, Golgari und Jund Sacrifice, Jund Creativity, 5c Overlords, Rakdos Tree Combo, Rakdos Prowess und Rakdos Demon Midrange. Doch seither hat sich das Metagame verengt – Rakdos Demon Midrange macht inzwischen rund 20 % des Feldes aus. Doch bereits gibt es erste Gegenstrategien: Decks wie Gruul Aggro, 5c Bring to Niv, 5c Overlords, Green Ramp und Selesnya Company haben gute Chancen gegen Rakdos Demons.
Lokales Meta
Während das übergreifende Metagame momentan stagnieren mag, zeigt sich das Liga-Metagame in GoodGames Bern von einer erfrischend diversen Seite. Rakdos Demons taucht zwar auf, meist gespielt von Alain Brügger und gelegentlich Nicolai Lévy, aber das lokale Feld ist wesentlich vielfältiger. Nur 15 der 153 Turnierteilnahmen waren schwarze Midrange-Decks, was einem Metagame-Anteil von weniger als 10 % entspricht.
Top 3 der Pioneer Liga
1. Chris Rothen (Team: 2/3 – Mass)
Ein Spieler, der keine Vorstellung benötigt: Chris dominierte die Saison nach Belieben. Bereits ab Runde vier hatte er einen Vorsprung von 14 Punkten – angetrieben von seinem unermüdlichen Willen, das Team „Humans and a Pile of Cards“ in der Teamwertung zu schlagen. Zu Beginn spielte er mit seinem bewährten UR Phoenix Deck, wechselte aber später zwischen verschiedenen Decks und behielt dabei stets die Oberhand. Ein absolut verdienter Ligasieg – herzlichen Glückwunsch!
2. Marc Aeberhard (Frenemies to Glovers)
Marc ist eine Konstante der Pioneer Liga. Bereits zwei Mal erreichte er den zweiten Platz und bewies damit erneut sein herausragendes Können. Er ist bekannt für sein 5C-Niv to Light Deck, zeigte aber auch Vielseitigkeit mit Mono Black Demons, Mono White und Boros Tokens. Leider war er durch seinen abwesenden Teampartner in der Teamwertung eingeschränkt. Dennoch ein hochverdienter zweiter Platz – Glückwunsch!
3. Marino Di Romualdo (Fatal Pushovers)
Marino dominierte die Liga mit seinem GW Angels-Deck. Bewaffnet mit einem Lebenspunktezähler, der stets eine Ziffer zu wenig anzeigte, und einer endlosen Armee aus Engel-Tokens, war er eine Herausforderung für jeden Gegner/jede Gegnerin. Besonders Aggro-Decks hatten es schwer gegen ihn. Nach einem vierten Platz in der letzten Saison konnte er sich diesmal auf Rang drei verbessern – Gratulation!


Ein Blick auf die nächste Saison
Die dritte Saison der Pioneer Liga war geprägt von spannenden Duellen, beeindruckenden Deckwahlen und unerwarteten Wendungen. Chris‘ Dominanz und die starke Konkurrenz haben gezeigt, dass die Pioneer Liga trotz der Änderungen von Wizards of the Coast noch lange nicht am Ende ist. Die nächste Saison verspricht weitere spannende Begegnungen und Herausforderungen – sowohl für etablierte Top-Spieler und Top-Spielerinnen als auch für neue Herausforderer. Wir freuen uns auf eine weitere aufregende Saison!